Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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ſeinen Armen die bebende Frau und legte ſeine Stirn auf ihr Herz.

Gabriele hatte dieſen Mann heiß und zärtlich geliebt — ihr Blut begann ſtürmiſch zu wallen, ihr Athem flog— aber ſie verſuchte dennoch, ſich gewaltſam aus ſeinen ſie umſtrickenden Armen zu erlöſen.

„Ich beſchwöre Dich,“ rief ſie angſtbeklommen,„ich beſchwöre Dich, mich jetzt zu verlaſſen. Gewähre mir Zeit zur Ueberlegung.— Iſt es Dein Ernſt, zu mir zurück⸗ zukehren, ſo muß ich mich prüfen, ob ich zu vergeſſen ver⸗ mag, was Du mir Böſes gethan. Verlaß mich!“—

„Nicht eher, mein Weib, mein ſchwergekränktes und doch von mir noch immer heißgeliebtes Weib, als bis Du mir verziehen haſt!“ bat ſchmeichelnd der Mann und preßte ſie feſter an ſich.

Gabriele erlag beinahe in dem Kampfe mit ihren widerſtreitenden Gefühlen. Willenlos legte ſie die Hände auf das Haupt des Sünders, willenlos neigte ſie ihr ſchönes Geſicht zu ihm nieder, das von der Purpurgluth der innern Aufregung überzogen war. Kotſchinski trium⸗ phirte.

„O, ich wußte es, daß Gabriele nur Liebe in ihrem weichen Herzen hegen kann,“ flüſterte er, zu ihr aufſehend. Gabriele ſchreckte auf aus ihrem traumähnlichen Zuſtande, als ſie ihre Hände von ſeinen Küſſen bedeckt fühlte, als er