Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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argloſer Liebe gefallen und die Demuth der zärtlichen Hingebung verſchwunden war, ſprang haſtig auf. Er ſchritt mehrmals im Zimmer auf und nieder, die Arme über der Bruſt gekreuzt, den Kopf leicht geſenkt. Was er dachte? Wer kann das wiſſen! Wer vermag eines Mannes Herz zu ergründen, deſſen Leichtſinn ihn bis zur Unthat ſchon getrieben hatte? Die Triebfedern ſeiner Handlungen waren ſicherlich nur Eitelkeit und Leichtſinn, aber die Ver⸗ hältniſſe, unter denen er ſie zu verüben ausging, erhoben ſie bis zum Verbrechen. Vielleicht durchzuckte ein Strahl beſſerer Erkenntniß in den Minuten, wo er ſchweigend das Zimmer durchmaß, ſein Herz— vielleicht glühte momentan die Reue in ihm auf— vielleicht war es aber auch nur ein Komödienſpiel, wie Vieles in ſeinem Leben, das ſeiner Erſcheinung ein Relief geben ſollte. Wir wiſſen es nicht. Wir können überhaupt das plötzliche, faſt freche Erſcheinen dieſes Edelmannes in Magdeburgs Mauern nicht erklären. Es giebt ein Verhängniß, dem der Sünder nie entgeht, dem er im Uebermuthe bisweilen ſelbſt entgegen ſchreitet, ohne zu bedenken, daß die Strafe des Himmels ihn auf dieſe Weiſe ereilen könne.

Kotſchinski war mit unerhörter Dreiſtigkeit dem Terrain, wo ſeine verlaſſene Gattin weilte, immer näher gerückt und er hatte gewiß geglaubt, das wagen zu dürfen, ohne fürchten zu müſſen, Gabrielen perſönlich zu begegnen.

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