Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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unter dem Schmerze der Verzweiflung, womit man Illu⸗ ſionen zu begraben pflegt. Ihre Entſchlüſſe reiften jedoch in dieſem Schmerze. Sie wollte ſchweigen! Niemand ſollte um das verletzende Geheimniß wiſſen. Ihr Gatte war todt— der, welcher da lebte, der war nur das Schatten⸗ bild eines Selbſt, welches ſie abgöttiſch auf Altäre geſetzt hatte, die er nie, nie verdiente. Ihr Herz leiſtete einen Schwur, den das Gemüth erfunden, die Seele geheiligt und der Verſtand unterzeichnet hatte. Die Schwüre des Menſchenherzens ſind aber vom Beginne der Welt Mein⸗ eide geweſen und wenn es dieſem flatternd hin⸗ und her⸗ bewegtem Herrſcher des Menſchendaſeins gelingt, einen Moment das bewegende Princip menſchlichen Wollens zu werden, ſo wird das ganze Räderwerk des Geiſtes in Ruheſtand verſetzt.

Vierzehntes Capitel.

Es dämmerte ein neuer Morgen herauf. Dieſelbe dumpfe, drückende Luft, dieſelbe ſchwüle Stille der Erwar⸗ tung, wie am Tage zuvor.

Die Elbe ſchwoll noch immer. Sie hatte nach gerade den Standpunkt erreicht, der ſeit einer Reihe von Jahren