Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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wir vom Beginn unſerer Ehe an nicht verſucht haben, uns durch unſere Erfahrungen zu ergänzen. Hätte ich Hülfe bei Euch geſucht, ſo wäre Gabriele nimmermehr des aben⸗ teuerlichen Kotſchinski Gattin geworden. Ich will Dir geſtehen, daß ſich in mir Alles gegen dieſe Verbindung auflehnte und daß ich ja, daß ich froh bin, durch den Tod mein Kind wieder erlöſt zu ſehen!

Frau Suſanne wurde ergriffen durch den Accent, womit Frau Kaiſerling dieſe Worte faſt gewaltſam hervorſtieß.

Habt Ihr ſo bittere Erfahrungen gemacht, daß Du ſo ſprechen mußt? fragte ſie theilnehmend.

Nein, Suschen, nein, er iſt Gottlob vor den Er⸗ fahrungen geſtorben, rief Frau Kaiſerling.Ich weiß nichts Gewiſſes über ihn, Gabrielen mag ich nicht fragen, es würde mir auch wenig helfen, denn ihre Unſchuld und Axgloſigkeit hat die Gemeinheit ihres Mannes nicht erkannt, aber ſo viel ſteht feſt, daß die koſtſpieligen Reiſen in die Bäder und in die verſchiedenen Reſidenzen nur von ihm unternommen wurden, um ſeine Exiſtenz auf eine abſcheu⸗ liche Art glänzend zu machen.

Was Gretchen! rief Frau Suſanne errathend. Kotſchinski, der vornehme, ſchöne Edelmann ein Spieler?

Frau Kaiſerling neigte bejahend den Kopf. Zu ant⸗