Teil eines Werkes 
1. Band (1858)
Entstehung
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Editha war der Liebling im elterlichen Hauſe, ſie war der Liebling der Geſpielinnen, der Liebling der Vettern und Baſen und ſie ſelbſt ſah dabei aus, als mache ſie ſich wenig daraus, daß man etwas Abgötterei mit ihr trieb.

Arm in Arm ſchlüpften die beiden Mädchen in das Gebüſch hinein, als ihre ehrbaren Mütter an einem natur⸗ wüchſigen Gartentiſch mit ſeinen feſtgerammten Bänken Platz genommen hatten und vom Regierungsrathe artig in eine Unterhaltung verflochten wurden. Sara, die um ſechs Jahre älter und um zwanzig Prozent vernünftiger als Editha war, ließ ſich von dem kindlich heitern Mäd⸗ chen ganz aus der gewöhnlichen Facon bringen und lief ſchäkernd durch die dichten und engen Buſchwege hindurch, bis Editha plötzlich ſtill ſtand, ſich vor ihr aufpflanzte, ihr ſchalkiſch in's Auge ſah und lebhaft geſtikulirend ausrief:

Jetzt beichte! Mit dem vielbelobten Johannes Rentelow und Dir iſt kein reiner Kram! Gelt Sara, es iſt Dein Geliebter, Dein Bräutigam, auf den Du ge⸗ wartet haſt und darüber dreiundzwanzig Jahre alt ge⸗ worden biſt ohne zu heirathen gelt, ich bin hinter Dein Geheimniß gekommen?

Nicht ganz, Kleine, nicht ganz, entgegnete Sara halb ernſt, halb ſcherzhaft. Editha ſah aber ſehr zuver⸗ ſichtlich aus, als ſie ſprach:Geh' nur! Ich habe Recht! Was könnte denn ſonſt der vernünftigen Sara die Wangen

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