238
lichen Weſen dergeſtalt hingezogen fühle, um eine Ehe mit ihm zu wünſchen; aber ich würde dieſe Heirath nie zum Gegenſtande meiner Wünſche erhoben haben, wenn nicht die Vermögensverhältniſſe Antoniens ſo günſtig ſich geſtaltet, daß ſie meinen Anforderungen an äußern Glanz ſich genügend erwieſen hätten. Antonie weiß, was ich für Abſichten hege; auf meine Treue kann ſie bauen; der Verkehr mit Frauen gehört durchaus nicht zu meinen Lebensgenüſſen; leider iſt mir die Geiſtes⸗ kraft verliehen, ſie zu durchſchauen, und dies ſchwächt den Reiz des Umgangs. Eine kurze Zeit, dies ſage ich Dir blos zur Vervollſtändigung meiner Beichte, eine kurze Zeit bemächtigte ſich meiner Seele die Ab⸗ ſicht, Dora Bella für mich zu gewinnen.“
Graf Askan runzelte die Stirn und richtete ſein
Auge ſtreng auf ihn.
„Nur nicht eiferſüchtig!“ rief Reinhold in unver⸗ wüſtlicher Laune.„Ich begann, ihr Gedichte vorzu⸗ leſen, weiter nichts. Antoniens Spott belehrte mich alsbald, daß dieſer durchſichtige Edelſtein in meinen unwürdigen Händen zerbrechen würde. Es war nur ein Gedanke, der, kaum erſtanden, am tief verhüllten Erfolg ſcheiterte, Graf Askan. In der That nichts weiter, alſo entrunzle Deine edle Stirn!“ „Deine leichtfertigen Reden könnten mich oft irre
——


