Teil eines Werkes 
3. Band (1867)
Entstehung
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„Wie konnte er aber in dieſem Falle Dich zum Stammerben ernennen?“ fragte Reinhold haſtig.

„Ganz auf legalem Wege. Graf Harald hat mir mehrmals angedeutet, daß nur durch eine Verheirathung der Comteſſe mit mir mein Erbanſpruch ſanctionirt werden könne. Er zweifelte aber niemals daran, ſeine Tochter einer ſolchen Verbindung geneigt zu finden. Hat der alte liebe Mann ſich in ſeinen Erwartungen getäuſcht, ſo ſteht einer andern Verheirathung der Comteſſe nichts im Wege. Wozu ſollte alſo die junge Dame ein Teſtament umſtoßen wollen, das ihr voll⸗ kommen freie Hand läßt?“

Reinhold hörte voller Erſtaunen dieſe Auseinander⸗ ſetzung an.

„Wenn ſich die Sache ſo verhält, dann pflichte ich Dir bei, daß Dora Bella die Beſtimmungen ihres Vaters nicht kennt. Sie ſcheint mit Aengſtlichkeit, mit Vorſicht und mit Eile auf die Wahrung ihrer Rechte bedacht zu ſein, weil ſie fälſchlich angenommen hat, Dich als Herrſcher hier auftreten zu ſehen.“

„Comteſſe Bärenberg hat jetzt von mir gar nichts zu fürchten. Ich bin weit entfernt, auch nur die Miene eines Bewerbers anzunehmen, und ich halte es für meine Pflicht, die arme junge Dame bei der erſten paſſenden Gelegenheit darüber zu beruhigen. Was mir