Harald ein Rathgeber geſtorben und ſein Tod iſt um einige Stunden zu früh eingetreten, ſonſt wäre mein Geſchick befeſtigt.“
„Ein Rathgeber? O, wenn Freundſchaft Dir Bürg⸗ ſchaft genug iſt, ſo ſchenke mir Dein Vertrauen; ſo leichtſinnig ich bin, Askan— bei Gott, ich will deſſen würdig ſein“, ſprach Reinhold mit aufflammender Herz⸗ lichkeit. 4
Askan drückte ihm die Hand.
„Ich muß die Lage, in die ich mich ſelbſt verſetzt habe, erſt klar begreifen lernen, mein guter Reinhold. Graf Harald war der einzige Menſch, dem ich mich ohne Demüthigung anvertrauen konnte; mein Stolz hindert mich jetzt, angeſichts großer Veränderungen Worte zu ſuchen, die mich und meine Ehre compro⸗ mittiren könnten. Es wird gerade wie immer in die⸗ ſem ganzen Zeitverlaufe zu ſpät geweſen ſein, daß ich zur richtigen Erkenntniß kam.“
„Dein Geiſt ſcheint ſeine Claſticität verloren zu haben“, warf Reinhold, wahrhaft warm geſtimmt, hin. „Um Dich vorzubereiten, will ich Dir ſagen, was zu erwarten ſteht. Nicht immer bleibt uns die innere Kraft, ſchnell eine Maske der Ruhe vorzunehmen; Askan, ich wiederhole meine Warnung mit brüderlicher Liebe, mache Dich gefaßt auf einige Erfahrungen.“


