232
Inſpector Prutz ſah ihn kommen. Der ungewöhn⸗ liche Weg, den der junge Edelmann ſich gewählt hatte, verhieß dieſem ſchlauen Mann, daß man ihn aufſuche, weil man ihn brauche. Frohlockend rieb er ſich die Hände. Ihm war damit gedient, Herrn von Leſſel in Rechte eintreten zu ſehen, die er dem Grafen Askan nicht gönnte. Graf Askan war zu ſelbſtſtändig, zu feſt und zu klug für ihn. Lange Zeit konnte das Verhältniß mit ihm nicht auf dem Fuße bleiben, wie es jetzt war und wie es der Vortheil ſeiner Stellung erheiſchte. Unter dem ſehr einfachen Titel Inſpector verbarg ſich ein außerordentlich angenehmes Amt, wel⸗ ches durch die Milde des ſeitherigen Herrn eine impo⸗ nirende Macht gewonnen hatte. Die Geſchäfte gingen durch des Inſpectors Hände, alſo auch die Erfüllung und Befürwortung aller Wünſche und Bitten. Die Bequemlichkeitsliebe des Alters hatte dem Inſpector dieſe ausgedehnte Macht in die Hände geſpielt und die Rechtlichkeit und Ehrlichkeit in allen Geldangelegen⸗ heiten hatte das Anſehen deſſelben befeſtigt.
Für einen jungen und thatkräftigen Gebieter hatte die Routine eines Beamten ſeiner Art nichts Wün⸗ ſchenswerthes. Seine Erfahrungen in der Praxis der Adminiſtration ſtimmten wahrſcheinlich mit den Theo⸗ rien des jungen Grafen nicht überein und der Herr


