Teil eines Werkes 
2. Band (1867)
Entstehung
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unbändigſte Luſt verſpürte, ihr dabei zu helfen und zugleich als Lohn ein Dutzend Küſſe zu erbeuten. Toni erſchwerte ihm anfänglich ſein Vorhaben durch aller⸗ hand übermüthige Streiche, ſchließlich ließ ſie ſich, wie ſchon bekannt, doch dazu verleiten, ſeinen Wünſchen nachzugeben.

Dies Zuſammentreffen hatte alsbald ſein Ende er⸗ reicht, und Dietrich, dem die hochſtehende Sonne an⸗ zeigte, daß die Speiſeſtunde ſeines ehrenwerthen Herrn Oheims nahe war, machte ſich auf den Weg, um zur rechten Zeit zu Hauſe zu ſein, weil Herrn Evers nichts in der Welt mehr verſtimmen konnte als ein noch ſo geringfügiges Warten mit dem Mittagseſſen.

Herr Dietrich zeigte durch den Eifer, womit er der Hauptmahlzeit des Tages entgegeneilte, daß er ſich keineswegs in dem Stadium der Liebe befand, wo alles Eſſen aufhört und ein Blick nebſt einem Kuß von der Geliebten hinreicht, ein verſäumtes Mittags⸗ mahl zu erſetzen.

In dem ganzen Weſen des jungen Mannes, als er ſo dahinſchlenderte, bald da⸗, bald dorthin ſchauend mit ſeinen fröhlichen, ſonnenhellen Augen, und im jugendlichen Muthwillen alle Hunde neckte, die Katzen jagte und nach den Sperlingen warf, lag durchaus

nichts von heißer Liebe und von tiefer Leidenſchaft,