Erſtes Kapitel.
Herr Dietrich Haberhorſt, des würdigen Bergſchenken⸗ wirths Neffe, hatte nie ſo ſelbſtzufrieden, ſo friſch und ſo unſchuldig in die Welt hinausgeblickt, als in dem Augenblick, wo er auf einem verbotenen Seitenwege den Garten des Förſters verließ, nachdem er die hübſche Toni geküßt hatte.
Es gehörte zu den Lebensgewohnheiten des jungen Mannes, mit Frauenzimmern zu verkehren und ihnen womöglich die Köpfe zu verdrehen. An ihre Herzen dachte er dabei nie, wahrſcheinlich weil ſein Herz bei allen dieſen Courmachereien vollkommen ruhig und normal pochte.
Das Rendezvous in des Förſters Garten war ein zufällig entſtanden, indem Dietrich von der Höhe die hübſche Antonie Kirſchen pflücken ſah und ſogleich die
1
Fritze, Schloß Bärenberg. II.


