Teil eines Werkes 
1. Band (1867)
Entstehung
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Angenommen den Fall, Du hätteſt Dietrich Haberhorſt lieb gehabt und er hätte wirklich aus Neigung Dich zur Frau gewählt, ſo wäre der Streit von ſelbſt er⸗ loſchen, denn Mann und Frau können über das Mein und Dein nicht proceſſiren und Evers hätte durch ſeinen Heirathsbeſchluß gewiſſermaßen eingeräumt, daß er Unrecht gehabt habe. So ungefähr lauteten Deines Onkels Worte. Es iſt jammerſchade, daß ſich die Sache zerſchlagen wird, Klärchen. Sieh, Du hätteſt eine gute Partie gemacht

Klara machte eine Geberde des Abſcheus.Nun ja, wenn Du ihn nicht leiden magſt, ſo kann gar nicht mehr die Rede davon ſein, fuhr ihre Mutter betrübt fort.Aber abwarten müſſen wir erſt, was nun folgt. Es iſt nicht ganz unmöglich, daß ſich Dietrich's Neigung zu Dir wendet, obwohl Toni mit ihrem hübſchen und verlockenden Weſen ſein Herz ein wenig in Aufruhr gebracht hat. So etwas kommt öfter vor. Was meinſt Du, Klärchen, wenn Dietrich ſich von den Wünſchen ſeines Onkels, dem er ſein ganzes Glück ver⸗ dankt, beſtimmen ließe, dennoch um Deine Hand zu werben?

Dann würde ich Dietrich verachten! entſchied Klara mit heiligem Ernſt.

Frau Horink ſchaute ihrer Tochter voll ins Ge⸗