Teil eines Werkes 
1. Band (1867)
Entstehung
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warf ihr Umſchlagetuch mit einer gewiſſen Haſt über die Lehne ihres Seſſels nnd ſetzte ſich beeilt nieder. Klara ſah, daß ſie ebenfalls mit Wallungen zu kämpfen hatte, wagte jedoch nicht das Geſpräch zu beginnen, wie ſie es ſich eigentlich vorgenommen.

Ich bin beim Onkel Förſter geweſen, begann die Mutter kleinlaut. 3

Das dachte ich mir gleich, antwortete Klara und nähte eifrig. Sie hätte kein einziges Wort weiter

herausbringen können, der Athem fehlte ihr, der Ge⸗

danke entwich ihr.

Dein Onkel hatte nicht viel Zeit er iſt zum Diner beim Grafen befohlen; wenn es möglich iſt, kommt er noch heute herab zu uns, fuhr die Mutter abgebrochen fort.

Iſt es denn nöthig bei einer Sache, die nur Dich und mich angeht, liebe Mama, auf des Onkels Rath zu warten? ſagte nun Klara mit Aufbietung aller Ruhe, die in ihr aufzufinden war.

Freilich, wenn wir wollen, können wir handeln, wie es uns gefällt, meinte Frau Horink mit bedrückter Stimme, aber weit raſcher und ſicherer redend als zuvor.

Und ich dächte, die ganze Geſchichte wäre mit wenigen Worten abgemacht, fiel auch Klara feſter und

Fritze, Schloß Bärenberg. I. 15