Teil eines Werkes 
1. Band (1867)
Entstehung
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eilte in den Garten und verbarg ſich tief im Hinter⸗ grunde deſſelben, hinter den Roſen⸗ und Himbeer⸗ ſträuchern.

Dort mußte ſie ſich auf eine Bank niederlaſſen, ſo groß war die Gemüthsbewegung, worin ſie durch dies Geſpräch gerathen war.

Wie? War es denn kein thörichter Traum? Sie ſollte Dietrich, den hübſchen, kecken, liebenswürdigen Dietrich, den Liebling aller Bärenberger Mädchen und Frauen heirathen? Sein Onkel wünſchte dies? Und Dietrich, das behaupteten Andere, Dietrich hätte nur Augen für ſie?

Klara ſchlug beide Hände vors Geſicht und ver⸗ harrte eine lange Zeit wie in einem Traume. Sie hatte es ſich bis zu dieſem Momente noch nie ernſtlich eingeſtanden, daß ihre ganze Seele von ſeinem Bilde erfüllt war, und ſie fand ſich eigentlich ſelber über⸗ raſcht von der leidenſchaftlichen Freude, die ſie vom Scheitel bis zur Sohle durchwogte.

In ihrem Innern regte ſich die Ahnung, daß Dietrich's Oheim wohl Recht haben könne, wenn er meine, Dietrich habe für nichts Anderes Augen wie für Klärchen Horink. Nur zweifelte ſie, daß er auch in der Ferne ihrer gedenke, daß er es ernſt mit den Huldigungen meine, die er ihr verſtohlen widmete.

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