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Eyvers fort und trocknete ſich den Schweiß von der Stirn.„Wahrhaftig, ſo ernſthaft iſt mir mein Lebtag noch nicht zu Muthe geweſen, alſo lachen Sie nicht. Lieber wollen wir unſer Klärchen einmal ins Verhör nehmen und fürs erſte fragen, ob ſie nichts dagegen
haben wird, wenn mein Herr Neffe für nichts Anderes
Augen hat als für Klärchen Horink. Was ſagt Klärchen Horink zu dieſer Behauptung?“ Er wendete ſich bei den letzten Worten erſt wieder nach Klara's Platze um, ſah aber zu ſeinem Erſtaunen, daß die junge Dame bereits an der Thür angelangt war und eben hinter derſelben verſchwand, als er ſeine bedeu⸗ tungsſchwere Frage vollendete.
„Es iſt ein gutes Zeichen, daß ſie flieht“, ſprach er, vergnügt hinterher ſchauend und ſeine fleiſchigen Hände reibend.„Nun aber ein Wort des Ernſtes, liebe Frau Nachbarin! Es iſt wahrhaftig meine Abſicht, in aller Form für meinen Neffen um die Hand Ihrer Tochter zu werben und damit dem Trödel, der uns ärgert, ein Ende zu machen. Natürlich würde mir ein ſolches Mittel nicht eingefallen ſein, wenn mir der kluge Inſpector Prutz nicht die Andeutung gegeben, daß mein Neffe Ihre Tochter zu lieben ſcheine. Ob Klara ihn lieb genug hat, um auf meine Pläne einzu⸗ gehen, das müſſen Sie zu erforſchen ſuchen. Es ſteht


