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„Ich verſtehe Sie gar nicht, Herr Nachbar; ſprechen Sie doch deutlicher! Wozu zwiſchen uns ſolche Umſchweife!“ ſagte ſie ermunternd.„Was ſagte Herr Prutz?“
„Was der geſagt hat, iſt gleichgültig“, fuhr Herr Evers nun heraus und ſeine Gedanken quollen wie aus einer geöffneten Schleuße, ungeregelt und un⸗ geordnet hervor.
„Die Herren ſpielten ein Partiechen bei mir; Excellenz waren„occupirt«, deshalb kamen ſie zu mir. Und da entſchlüpfte dem Inſpector ſo'n Geheimniß, das mich freute! Sehen Sie, Frau Nachbarin, wenn ein Menſch Alles auf Erden beſitzt, womit er eine Frau und ein halb Mandel Kinderchen ernähren kann, ſo thut er wohl zu heirathen, damit ihm die übermüthigen Gedanken vergehen. Sehen Sie, da iſt unſer Proceß und da iſt mein Schweſterſohn, der Dietrich Haberhorſt, mein einziger Erbe, der alſo meinen Proceß auch erben wird. Sehen Sie, Frau Nachbarin, Ihre Toch⸗ ter iſt auch Ihre einzige Erbin— wie wäre es, wenn wir unſere Erben zuſammengäben und unſern Proceß den beiden Leutchen noch bei Lebzeiten vermachten? Dann wären wir beide doch das verwünſchte Ding los und könnten in aller Ruhe ſehen, was daraus würde!“
Frau Horink lachte.
„Lachen Sie nicht, Frau Nachbarin“, fuhr Herr


