213
Herz und machte, daß ſie die Augen blitzſchnell ſenkte. Dann lachte ſie leiſe und erhob raſch die Blicke wieder, denn ſie begriff, daß der, welchen ſie zu ſehen meinte, nicht in Hemdsärmeln vor ihr erſcheinen werde. Nein, der Augenſchein belehrte ſie augenblicklich, daß es Herr Evers war, der ſich weit über das Holzgeländer bog, ſcharf nach den Fenſtern ihrer Wohnſtube blickte und, als er ſie und ihre Mutter am gewöhnlichen Platze ſitzen ſah, ſein Hausmützchen vom Kopfe riß und es grüßend gegen ſie ſchwenkte. Klara nickte und er ver⸗ ſchwand wieder.
Gleich darauf ſah ihn das junge Mädchen über die Brücke des Waſſerfalls ſchreiten, mit dem ganzen ſtattlichen Weſen eines wohlhabenden Mannes quer über den Fahrdamm gehen und dann den ſchmalen Pfad im Graſe wählen, der direct auf das Garten⸗ pförtchen der Wittwe Horink führte.
„Was mag Herr Evers wollen, Mama?“ ſagte Klara verwundert.„Er ſteuert auf unſer Haus los.“
Frau Horink fuhr von ihrem Buche, wo ſie mit Eochen Effingham um die Wette ſich auf den Oceans⸗ wellen geſchaukelt hatte, empor und ſchaute etwas ver⸗
wirrt auf ihre hübſche, lachende Tochter.
„Evers kommt, ſagſt Du, Klärchen? Ach du mein Gott, ſicherlich iſt wieder ein Termin angeſetzt, ich


