Teil eines Werkes 
1. Band (1867)
Entstehung
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Willkommen, Vetter Askan! ſagte die junge Dame mehr herzlich und jubelnd als graziös. Graf Askan zog überraſcht ſeine Hände zurück, die ziemlich derb gedrückt wurden. Ein Gefühl, das an Widerwillen grenzte, überlief ihn und machte, daß er ſchroff und kalt, mit der entſchiedenſten Zurückweiſung jeder Ver⸗ traulichkeit ſich verbeugte und dann ſein Auge fragend zu Reinhold erhob, der lächelnd näher trat.Comteſſe Dora Bella, Tochter des Grafen Bärenberg! ſagte er vorſtellend. Ein Zug von Schadenfreude zuckte über ſein Geſicht, als nach dieſer Präſentation die junge Dame den Lockenkopf ſtolz aufwarf und keck entgegnete:Ah! Es war eine Vorſtellung nöthig! Freilich, Vetter Askan gehört zu den Hofratten, welche die Etikette zu ihrem Geſetze, die Ceremonie zu ihrem Gottesdienſt und die Convenienz zu ihrem Elemente machen. Bleibe der Herr Vetter in ſeiner Atmoſphäre, ich gedeihe darin nicht! Adieu!

Sie flog wie eine Gazelle zurück zu ihren Geſpie⸗ linnen, die neugierig ihre Spiele eingeſtellt hatten und etwas näher zum Geländer getreten waren.

Mit der jungen Dame haſt Du es von vornherein verdorben! ſprach Reinhold leiſe.

Daran liegt mir nichts! war die kaltſinnige Ent⸗ gegnung des Grafen.