Teil eines Werkes 
1. Band (1867)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

17 Eile vor ſein Angeſicht zu citiren, als hinge ſeines Lebens Seligkeit davon ab, mich wiederzuſehen.

Hat Excellenz Dir den Grund ſeiner Einladung nicht wenigſtens angedeutet, Graf Askan? fragte Rein⸗ hold mit einem lauernden Seitenblicke.

Nicht mit einer Silbe! Selbſt zwiſchen den Zei⸗ len war nichts zu leſen! betheuerte Askan.

Wohl! So will ich es übernehmen, Dich darauf

vorzubereiten, daß Excellenz mit dem Plane umgeht, ſein Teſtament gänzlich umzuwerfen und den verän⸗ derten Verhältniſſen gemäß neu zu teſtiren. Er will feſtſetzen, daß auf Dich das Lehn übergehe.

Dazu brauch' ich doch nicht verſchrieben zu wer⸗ den! rief Askan.

Wer weiß, ob die Bedingungen, unter welchen er Dich vor allen andern Prätendenten zum Stammerben wünſcht, es nicht nöthig machen, mit Dir Rückſprache zu nehmen. Ueberdies kann ich Dir nicht verhehlen, daß Excellenz, von einem leichten Schlaganfalle betrof⸗ fen, ſich ſeitdem täglich zum Tode vorbereitet.

Graf Askan blickte ſonderbar überraſ ſcht ſeinen Freund an. Was ihm in dieſen Worten und in der Betonung derſelben eigentlich mißfiel, wußte er nicht ganz genau zu ſagen; allein ſein Mißtrauen gegen Reinhold datirte von dieſem Momente, wo er hinter dem ſorgloſen

Fritze, Schloß Bärenberg. 1I.

8

0