aus dem Schachte des Gedächtniſſes heraufbefördert. Das alte trauliche Vernehmen war im ſchönſten Gange. Allein dabei ſtellte ſich, trotz aller Traulichkeit, doch ein merklicher Unterſchied heraus, der jedenfalls tief in der Verſchiedenheit ihrer Lebensſtellungen wurzelte. Selbſt in der Art und Weiſe der Anrede gab ſich dies kund, und wenn Graf Askan in Rückfällen jugendlicher An⸗ gewohnheit den alten Grafen Harald ſtets als„Onkel“ aufführte, ſo verſäumte Reinhold von Leſſel es ſicher⸗ lich nie, das Prädicat„Excellenz“ beizufügen, wenn er des alten Herrn erwähnte.
„So weit wäre ich nun wieder heimiſch im Arka⸗ dien meiner Jugend“, ſagte Askan, als ſich nach einer ſtündlichen Fahrt die Eckthürme des Schloſſes Bären⸗ berg zwiſchen den Hügeln zeigten.„Es iſt Alles wie ſonſt, kaum daß eine Baumgruppe durch die vernich⸗ tende Gewalt der Zeit und der Axrt verändert erſcheint. Ich weiß, daß Du mit vollen Segeln ins Amt ſteuerſt, ich weiß, daß Onkel Harald ſeine Gattin verloren hat, daß er noch milder und gütiger iſt als ſonſt, daß er ſeinen Banquier für Dich und mich in Thätigkeit ge⸗ ſetzt hat und daß er Vater einer Tochter iſt, die er abgöttiſch liebt. Es wäre wohl genug, dies zu wiſſen, Reinhold, allein offen geſtanden, ich möchte auch noch wiſſen, was den Onkel veranlaßt hat, mich in einer
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