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alte Vertraulichkeit zwiſchen ſich und Reinhold wieder⸗ herzuſtellen, weil darin das einzige Mittel lag, ohne unbeſcheidene Forſchungen der Veranlaſſung zu der Einladung des Grafen Harald auf den Grund zu kommen.
Er hielt es für angemeſſen, das Geſpräch mit gleich⸗ gültigen Bemerkungen einzuleiten, die allmälig zum Ziele führen konnten. Ohne ein Freund der Diplomatie zu ſein, hatte er doch die Geheimmittel derſelben, ſo⸗ weit ſie ſeiner Lebensſtellung erſprießlich waren, zu ergründen geſucht, um die Kunſt des Betragens zu lernen. Seinen Bemerkungen ſchloß er alsbald Fragen über das Wohlergehen ſeines Jugendfreundes an, als er fand, daß die Welt mit ihren Erfahrungen wenig in Reinhold verändert hatte. Sein Vertrauen erſchloß ſich danach raſch, vielleicht zu raſch und unbedingt für einen feinen Hofmann, der wohl im Stande geweſen wäre, eine erkünſtelte Harmloſigkeit und Sorgloſigkeit zu erkennen, wenn ſein eignes Herz nicht, von Hoff⸗ nungen, Wünſchen und Erwartungen in fieberhafte Wallungen verſetzt, dem Verſtande die Herrſchaft etwas ſtreitig gemacht hätte.
Bald folgten nun Fragen und Antworten von bei⸗ den Seiten Schlag auf Schlag. Jugenderinnerungen aller Arten, Knabenſtreiche voll Uebermuth wurden


