Teil eines Werkes 
1. Band (1867)
Entstehung
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Endlich auf gewohnten Wegen und in gewohnten Umgebungen, verlor ſich die Geſpenſterfurcht der er⸗ ſchreckten Pferde, und ſie begannen einen vernünftigen und geregelten Lauf. Das war dem Beginne eines traulichen Plauderns günſtig. Graf Askan erachtete es für nöthig, ſich über Mancherlei zu unterrichten, was zwiſchen dem Tage lag, wo er als zwölfjähriger Knabe in Begleitung ſeines finſterblickenden Vaters dieſe Gegend verließ, um ſie jetzt auf die beſtimmte For⸗ derung ſeines Verwandten, des Grafen Harald von Bärenberg, als dreißigjähriger Mann wieder zu betre⸗ ten. Freilich war er während dieſes Zeitraums nicht ganz ohne Nachricht über die Familienereigniſſe ge⸗ blieben, aber ſeit ſieben Jahren wußte er eigentlich nicht viel mehr, als daß ſein alter Stammherr wie

ein Patriarch im Schooße ſeiner Heimat lebe und ſich

damit begnüge, ſeine Umgebung glücklich zu machen. Bis vor ſieben Jahren war Reinhold, ſein Spiel⸗ gefährte und Erziehungsgenoſſe auf Schloß Bärenberg, der Referent aller Familienereigniſſe daſelbſt geweſen. Von der Zeit an, wo dieſer Jugenfreund ſich in ſeine Vaterſtadt, eine fern liegende kleine Reſidenz, zurück⸗ gezogen, um dort eine juriſtiſche Laufbahn zu beginnen, hörte er nur zufällig von Schloß Bärenberg und deſſen Bewohnern. Graf Askan mußte alſo verſuchen, die