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„Unſere Zuſammenkunft heute gilt Dir, mein lie⸗ ber Erneſt Octav, während ſie vor fünf und funfzig Jahren zu derſelben Stunde Deinem Vater galt. Hier auf dieſer Stelle, wo ich jetzt ſtehe, ſtand mein würdi⸗ ger Vater, und legte mit Vertrauen das Wohl und Wehe ſeines Spätgeborenen in unſere Hände— ob wir nicht einer Vernachläſſigung unſerer Pflichten an⸗ zuklagen ſind, will ich nicht unterſuchen, aber, das ver⸗ ſichere ich im Bewußtſein unſers Rechtes und unſers guten Willens: die Schuld der unglückſeligen Familien⸗ zerwürfniſſe, die Deinen Vater Octavus heimathlos gemacht haben, fällt uns nicht zur Laſt.
Gott hat uns die Macht verliehen, unſer Gewiſſen von allen Vorwürfen zu befreien, indem er Dich uns zuführte! Wir ſind vom erſten Augenblicke an einig darüber geweſen, daß wir unſern Herzen die Genug⸗ thuung gönnen wollten, dem einzigen Sohn unſers Oe⸗ tav's den Beſitz des Stammgutes zu übertragen, und ihn als den Erben des Majorates zu erklären. Die Vorſehung vermittelt unſer Vorhaben durch die Liebe, welche Dein Herz und das Herz unſerer Enkelin Alice verbindet. Wir dotiren Welldorf als das Heirathsgut der Tochter unſers älteſten Sohnes, und haben dabei nur als Bedingung feſtgeſtellt, daß ich und meine alte


