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ihm zürne. Er iſt ein Tyrann, ein richtiger Tyrann! Er entwickelt eine menſchenmörderiſche Conſequenz, zeigt eine kannibaliſche Kaltherzigkeit, einen tartariſchen Stolz, eine arabiſche Gleichgültigkeit, eine ruſſiſche Hartherzig⸗ keit und eine deutſche Ruhe— iſt aber trotzdem ein vortrefflicher Menſch, der nur heirathen muß, um menſch⸗ liche Gefühle reſpectiren zu lernen.“
Konſtanze lachte herzhaft.„Heirathen ſcheint das Univerſalmedicament der hieſigen geheimen Sanitäts⸗ polizei zu ſein,“ verſetzte ſie ſcherzend.
„Allerdings, mein gnädiges Fräulein,“ antwor⸗ tete der alte Hofmedicus mit Gravität.„Heirathen hilft für viele Uebel, und der Beruf eines Arztes würde bedeutend erleichtert werden, wenn er es nicht mehr mit ſo vielen unverheiratheten Herren und Damen zu thun hätte. Dieſe ſind des Arztes Plage und die Zer⸗ ſtörer ſeines Ruhmes. Bis zum dreißigſten Jahre ver⸗ ſchreibe ich jedem Fräulein nur„Heirath“— bei Herren dehne ich dies Recept bis zum fünfundvier⸗ zigſten Jahr aus. Hilft mein guter Rath nicht, ſo ſchreite ich zu bittern Mixturen. Aber laſſen Sie mich auf Ihren Bruder zurückkommen, der ſich meine ſpecielle Ungnabe zugezogen hat. Was mag den Sünder ver⸗ anlaſſen, über die ſchöne Baronin Roſenau eine ſolche quälende Ungewißheit zu verhängen, daß mir dies


