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trauten, mußten aber leider die Erfahrung machen, daß auch dieſer nur„glückverheißende Vermuthungen“ auf⸗ ſtellte und ſie auf die nächſte Zukunft vertröſtete. Warum ſein junger College ſo wortkarg und ab⸗ weiſend jede Nachfrage nach dem Erfolge der Operation beantwortete, begriff der alte geſchnieidige Hofmedikus nicht. Er hätte für's Leben gern die Qual der Er⸗ wartung von der Bruſt der Baronin genommen, allein auch ihm erzeigte Erneſt die Gunſt einer offenen Er⸗ klärung nicht. Nur aus dem vornehm zuverſichtlichen Auüftreten ſchöpfte er die Hoffnungen, womit er die za⸗ genden Elternherzen aufrichtete, und dieſen war die grenzenloſe Liebe ihres Knaben für ſeinen Arzt, eine Garantie edler Pflichterfüllung. 3 Die Baronin Roſenau war aber durchaus nicht die ſtolze, abgehärtete Dame von Welt, wofür ſie Er⸗ neſt hielt. In ihrer Bruſt ruhten mächtige Leidenſchaf⸗ ten und glühende Gefühle, die nur von der Macht eiſerner Conſequenz in Zaum und Zügel gehalten wur⸗ den. Bevor die Vernunft ſich zur Alleinherrſcherin die⸗ ſes vulkaniſchen Gemüthes gemacht hatte, war ihr junges Leben eine Kette von Uebereilungen geweſen, welche den Schatten der Verkennung über ſie warfen. Es gab in ihren Antecedentien Vorfälle, die in Keckheit und Unüberlegtheit mit den Streichen einer


