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An den„Gram um den Sohn“ glaubte Erneſt nicht recht, aber die Verzweiflung über„den Stamm⸗ halter“ gab er zu. Es konnte für eine ſo adelſtolze Familie gewiß kein größeres Malheur geben, als einen einzigen Sohn an Krücken dahinſpringen, oder ihn, als ein Knäuel zuſammengeworfener Menſchengliedmaßen, im kleinen Wagen herumfahren zu ſehen.
Seinem Charakter gemäß ging der Doctor Erneſt von Schmidt der ſteifen Etikette des Roſenau'ſchen Hauſes conſequent aus dem Wege und vereitelte da⸗ durch jede vertraulichere Annäherung zwiſchen den El⸗ tern ſeines Patienten und ſich. Er hatte gleich in den erſten Tagen ſeiner begonnenen Cur ſehr entſchieden jede Meldung bei der„ gnädigen Frau“ verbeten und es ſich ausbedungen, ungehinderten Zutritt zu Alfred allein, zu finden. Deutlicher konnte ſich kein Arzt von jeder Gemeinſchaft mit der Familie abgeſchnitten wün⸗ ſchen, und das kalte, halb verächtliche Weſen Erneſt's war keinesweges einladend, ſeinen Wünſchen in dieſer Hinſicht entgegen zu handeln.
Bei ſo bewandten Umſtänden war es kein Wunder, daß keiner der beiden Eltern Alfred's den Muth hatte, nach den Reſultaten der vollführten Operation zu fragen.
Sie wählten den Doctor Sterenthal zu ihrem Ver⸗


