Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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war, da ſie ihre geſellige Tournüre dem Hamburger Ton verdankte, und die Stadt Hamburg in vielen Stücken als ein richtiger Abklatſch von England zu be⸗ trachten iſt. Schon dieſe falſche Vorausſetzung veran⸗ laßte das elegante Publikum zu einer größern Beach⸗

ung der Fremden, weil es ſeit kurzer Zeit Mode war,

Vorliebe für Engländerinnen zu zeigen.

Genug, Konſtanze gewann Terrain in der Societät und Erneſt in der Popularität. Beides ihren Welt⸗ anſprüchen genügend.

Viel weniger zufrieden, als hiermit, war der junge Arzt mit den Eltern ſeines kleinen liebenswürdigen Patienten. Das ſtolze, vornehme Weſen der Baronin Roſenau, die ſich, wie es ihm ſchien, in Sammt, Gold und Seide gleichſam eingepuppt hielt, weckte ſei⸗ nen alten, nur ſchlummernden Spott über morſch ge⸗ wordene Stammbäume, deren Wurzel im Paradieſe, dicht neben dem Adamsbaume, zu ſuchen waren. Hier hatte er nach ſeiner Meinung einen derartigen Stamm⸗ baum, auf welchen der letzte Sproſſe, als ein gnomen⸗ haft verkrüppeltes Menſchenkind, keimte. In ſeine Hände

war es gelegt, dieſen Letzten der uralten Familie Ro⸗

ſench, lebensfähig zu machen, und den ſtillen verzweif⸗ lungsvollen Gram der Elternherzen in Freude zu ver⸗ kehren.