Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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Hoffnungen auf Verwandtenliebe, auf immer zu be⸗ graben. Ein flüchtiges, verächtliches Lächeln zog über ihr Geſicht hinweg, als ſie ganz insgeheim hinzudachte: Noch dazu iſt er Wittwer hat alſo des Lebens lieblichſtes Glück ſchon gekoſtet, hat vielleicht keinen Raum in ſeinem Herzen übrig behalten, um irgend ein Mädchenbild wieder aufzunehmen. Was ſollte mir wohl die zweite Stelle im Heiligthume eines Männer⸗ herzens bieten können, das meiner ganzen, tiefen und ungetheilten Hingebung an daſſelbe werth wäre! Nein, mag der Vetter Regierungsrath immerhin eine bedeu⸗ tende Erſcheinung ſein, ganz dazu gemacht, um meine ungeprüfte Phantaſie für einige Zeit zu beſchäftigen, zum Urbilde einer unſchuldigen Mädchenträumerei möchte er ſich doch wohl nicht eignen!

Unterdeſſen Konſtanze dergeſtalt mit ihren Herzens⸗ wallungen fertig wurde, machte ſich ihr alter Verehrer ein Vergnügen daraus, ſie überall als ein Phänomen, als ein Wunderwerk, als einen Stern am Weltenhim⸗ mel, der nur alle hundert Jahre ein Mal ſich erneuere, auszupoſaunen, und die Elite der Geſellſchaft auf dieſe ſeltene Erſcheinung aufmerkſam zu machen. Im Grunde hatte er dies nicht mehr nöthig. Man hatte die im⸗ ponirende Dame ſchon bemerkt und hatte ſie für eine Engländerin erklärt, was nicht gerade zu verwundern