Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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Dieſer Mann war ganz geeignet, gegen Konſtan⸗ zens Eigenthümlichkeit zu Felde zu ziehen und ihrer romantiſchen Geſchwiſterzärtlichkeit entgegen zu ſteuern.

Vor allen Dingen ſuchte er ihr begreiflich zu machen, daß ihre Schönheit und Aumuth keinesweges für einen Bruder, ſondern für irgend einen andern liebens⸗ und ehrenwerthen Herrn der Schöpfung ge⸗ wachſen und durch Gottes Willen beſtimmt ſei, und er nahm ſich die Freiheit, ſeinenlieben Collegen, den Herrn Doctor Erneſt, bitter zu tadeln, daß er Kon⸗ ſtanze noch nicht verheirathet habe.

Wie wollen Sie es vor Gott und ihren ſeligen Eltern verantworten, rief er mit großem Pathos, ſolch' ein prächtiges Frauenexemplar dem Verblühen entgegen leben zu laſſen, ohne durch deſſen Blüthe ei⸗ nes Mannes Herz zu entzücken?

Eine roſige Gluth überlief Konſtanzens Geſicht. Sie erkannte die Güte und Wahrheit dieſes Scherzes, aber ſie war dergleichen ſo ungewohnt, daß es ſie

verletzte. 5

Der Doctor Sterenthal, ein feiner Frauenkenner, betrachtete erſtaunt ihre Gemüthswallungen nach ſeinen öfter wiederholten ſcherzhaften Ausfällen, und er kam

endlich auf einen Gedanken, den er zwar abſurd nannte,