bald mit ſeinen hübſ ſehr angemeſſen anzubringen ſuchte, wieder zu verſöh⸗
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gemeiner Menſchenliebe bedeutend erweiterte, und ſie befähigte, ihre eigene Liebenswürdigkeit beſſer zu ver⸗ werthen, als ſie bisher gethan.
Der alte Doctor Sterenthal that auch redlich das ſeinige, um dieſer glücklichen Gemüthsverfaſſung nach⸗ zuhelfen und feſte Wurzeln zu verſchaffen. Er gehörte zu den ächten, richtigen Reſidenz⸗ und Hofärzten, wie die Damen ſie gebrauchen, die für ihr ordinäres Lei⸗ den eine hochpoetiſche Auffaſſung und eine noch nie da⸗ geweſene Mixtur fordern. Mit grenzenloſer Geduld erdachte der gemüthliche alte Hofmedicus Krankheits⸗ namen voll zarter Poeſie, fragte unermüdlich nach je⸗ dem Zucken und Jucken, nach Bellemmungen im Kopf
und Herzen, nach Schmerzen im Fingerſpitzchen und
Haarwurzelchen, und hatte nach vielen Fragen dann endlich das Uebel, woran die Dame gewiß nicht litt, am Schnürchen. Bisweilen merkten die armen hyſte⸗ riſchen Frauen den Schalk und wurden böſe auf den
alten guten Doctor Sterenthal, allein er wußte ſie
chen, zarten Schmeicheleien, die er
nen, Ohne den Beſuch des Doctor Sterenthal konnte keine Dame der höhern Kreiſe beſtehen, und es führte
gewiß kein Arzt den Titel„Wirklicher Geheimer Sani⸗
tätsrath“ mit größerm Rechte, als er.


