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danken auf den Gewinn nach des Tages Laſt und Hitze — hier lagen die Empfindungen auf dem Sonnenſcheine der Freude, die ihnen die Erholung bot.
In gleichem Maße, wenn auch auf andere Weiſe, empfand Konſtanze das Wohlthätige ihres veränderten Wohnortes. Sie hatte verlernt, am Wohlwollen frem⸗ der Menſchen Freude zu haben. Unbeachtet war ſie in der Blüthe ihrer Jugend unter den eiſigen und mediſanten Blicken der vornehmen Hamburger Bürger⸗ welt, die dem Titel, ſowie dem Adel Verachtung zei⸗ gen zu müſſen glaubt, nach und nach kalt geworden, ſo daß es ihr gleich war, ob ſie irgend Jemand gefiel.
Das änderte ſich jedoch nach den erſten Spazier⸗ gängen, die ſie am Arme ihres Bruders unternahm. Eine innerliche Wärme durchzog ihr Gemüth, wenn ſie in den lebhaften und muntern Augen der Begegnenden ein Gemiſch von Huldigung und Reſpect aufblitzen ſah. Dem Weibe iſt es nie gleichgültig, welchen Eindruck ſie macht.
Aber ebenſo wahr iſt es auch, daß die freund⸗ liche Anerkennung eine ganze Welt voll Wohlwollen in einem öde gelegenen Weiberherzen weckt.
Die ungeſchminkte Bewunderung der guten Lands⸗ auer verfehlte nicht, eine heitere Zutraulichkeit in Kon⸗ ſtanzens Weſen zu legen, die ihren Ideenkreis von all⸗
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