220 lichſten Tone, den er in ſeiner Kehle aufzutreiben ver⸗ mochte.
„Mein Gott,“ entgegnete Alice lebhaft,„was ſollte wohl die Frau von Pottky veranlaßt haben, ſol⸗ chen Brief zu ſchreiben!“
„Lediglich die enorme Liebe aller Frauen zur Romantik und die unverwüſtliche Neigung«Wahrheit und Dichtung zu vermengen, mein Mädchen! Viel⸗ leicht hätte Frau von Pottky ganz anders geſchrieben, wenn ſie von der Wichtigkeit ihrer Ausſage überzeugt worden wäre. So aber hat ſie mit innerlicher Freude dieſe Probe deutſcher Stylübung der Poſt übergeben, hat ihr weiſes Haupt in die Daunen ihres Bettes geſenkt und iſt in den ſeligen Traum übergegangen etwas Großes geleiſtet und etwas Gutes geſtiftet zu haben.)“ 1—
Die Oberkammerherrin fühlte ein unbehagliches Erröthen auf ihren Wangen bei des Präſidenten Aus⸗ einanderſetzung.
„Wenn Sie dergleichen glauben,“ ſprach ſie kurz und herbe,„ſo ſollten Sie mit der Ertheilung Ihrer Wohlthaten gegen Benno vorſichtiger ſein.“
„Bewahre! Ich wünſche mir Glück zu dieſer
Tänuſchung, die mich auf den Standpunkt privilegirter Wohlthätigkeit bringt, gnädigſte Schweſter. Ich denke


