Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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heit. Ein Schauer des Entzückens rann durch ſein heißes, leichtſinniges Herz, wenn er ſich dieſe ruhigen Augen, ſtrahlend vor Liebe, belebt von Wonne dachte, wenn er dieſe feine, reizende Geſtalt von ſeinen Armen umſchlungen tröamte, wenn er ſich als Pygmalion betrachtete, der die Marmorgleichmüthigkeit durch ſeine Küſſe verjagte. Freilich ſtörten ihn die Satyrblicke des Onkel Präſidenten in ſolchen Phantaſien, allein er glaubte es in Geduld und Beharrlichkeit mit ihm auf⸗ nehmen zu können und hoffte, daß dieſer läſtige Wider⸗ ſacher eines Tages heim müſſe zu ſeinen Berufsge⸗ ſchäften..

Indeſſen verging das Diner zur allgemeinen Zu⸗ friedenheit ziemlich gut. Man ſtand vertraulicher auf, ließ die ſteifen Formen etwas fallen und nahm den Ton der Familiarität an. Die alte Dame, beruhigt, daß ſich weiter Niemand als Prätendent melden würde, begann mit Wohlwollen den harmloſen Vetter zu be⸗ trachten, der ihr auf keine Weiſe Furcht einzuflößen vermochte und ihr durch ſein formenvolles Weſen den Glauben einflößte, daß er ſehr gut zu der Familie gehören könne. Sie hatte die Ueberzeugung, in ihm einen Sohn des Quintus zu ſehen, der, allen Nach⸗ richten zufolge, mit einer Frau in einigen Bädern geſehen worden war. Vieles ſtimmte überein, um ſie