Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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Oberkammerherrin ließ mit mütterlichem Wohlwollen ihre Blicke über den hübſchen Mann ſchweifen, der gerührt und verlegen zwiſchen ihnen ſtand.

Nur der Präſident und Fräulein Alice blieben kaltſinnig.

Benno murrte der Erſtere und zog malitiös die Naſe in die Höhe.Er riecht nach Apotheke!

Alice aber betrachtete ihn, wie man ein Modenbild beſieht, um kritiſch die Lächerlichkeiten der Mode zu beleuchten. Ihr Auge begegnete dem ſeinen mit der Ueberhebung eines unreifen Geiſtes, der ſich inſtinct⸗ mäßig vor der Gewöhnlichkeit zurückzieht. Sie wen⸗ dete ſich kindlich gleichgültig zum Fenſter und ſah hinaus.

Das war für Benno eine Rettung aus gefährlich werdenden Verlegenheiten. Der Blick des außerordent⸗ lich ſchönen Mädchens hätte ihn verwirrt und in nie zu löſende Verirrungen geſtürzt. So aber gelang es ihm bald, ſeine Faſſung bis zu dem Punkte höflicher Beſcheidenheit hinauf zu balanciren. Er beantwortete die Anrede des Oberkammerherrn ſichtlich freudig, ließ e ahnen, daß er ſich erſt einer ſtrengen Prüfung der Familie von Schmidt⸗Welldorf unterwerfen müſſe, weil er nicht belegen könne, daß er wirklich dazu gehöre. Nun, das wollen wir bald feſtſtellen, ſchnarrte