flogen und ihre Träume, ſo beſeligend in der Leiden⸗ ſchaft ihrer Wünſche, entwichen. Sie ergab ſich ſo⸗ gleich und unbedingt dieſem Beſchluſſe ihres Bruders, aber ſie fühlte ſich ſonderbar tief betrübt. Er hatte ihr ſehr Unrecht gethan, indem er ihre Hineigung zu den einzigen Verwandten, die ihr lebten, einem Wohl⸗ gefallen an den Flitterſtaat des Glanzes zuſchrieb, ob⸗ wohl ſie ſich es gar nicht ableugnete, daß der ſolide Glanz ihres Familienſtammes ihr ganzes Intereſſe be⸗ deutend erhöhete; er hatte ihr ſehr Unrecht gethan, als er das Bedürfniß ihrer Seele ſich im Kreiſe ge⸗ bildeter, ebenbürtiger Menſchen bewegen zu mögen, für eine hochmüthige Ausartung erklärte und ſie damit verſpottete. Allein deſſenungeachtet zürnte ſie ihm nicht. Sie fügte ſich. Ihr ſtill trauriges Sinnen verrieth es, daß ſie bei dem Ausgange dieſer Angele⸗ genheit litt, aber ſie fügte ſich!
Erneſt mußte bemerken, wie viel ſchöne, plötzlich erwachte Träume ſie klagelos begraben hatte, doch es beliebte ihm zu thun, als bemerke er es nicht. Ja, er ging ſo weit, ſie mit einzelnen ſpöttiſchen Ausfällen zu ärgern und von einem ganz„abnormen Combina⸗ tionsvermögen“ zu ſprechen, das ein ganzes Leben voller Handlungen und Charakterkraft von einem „ ſchönen Lächeln“ vernichten laſſe.


