nichts dagegen— aber wir ſcheiden dann für dieſes Leben, wir zerbrechen dann zwiſchen uns die ſüßen, lieben Bande unſerer Geſchwiſterneigung— wir ſind todt für einander!“ 3
Des Doctors Stimme wankte ſichtlich, indem er die letzten Worte ſprach und deſſenungeachtet nahm er ſcherzend ſein Muſikſpiel mit Meſſer und Gabel wieder auf, deſſenüngeachtet lachte er ſpottbereit in Konſtanzens thränenumflorte Augen hinein. Sie kämpfte aber ebenfalls ihre tiefe Bewegung hinunter und erwiderte mit vorwurfsvollem Tone:
„Du haſt des Vaters Sinn, und aus Deinem jetzigen Entſchluſſe ſehe ich mehr, als aus jedem an⸗ dern Grunde die Ueberzeugung in mir feſt werden, daß unſer Vater auch im Irrthume einer trotzigen Ueberreilung gehandelt haben kann. Ich füge mich Deinem Willen, denn ich wüßte nicht, wie ich ohne Deine Liebe beſtehen ſollte. Gebe Gott, daß Du es nie bereueſt, mein Wohlſein von Deiner raſchen und unüberlegten Entſcheidung abhängig gemacht zu haben.“ Der Eintritt des Dieners mit dem letzten Gerichte unterbrach ſie und ſie vermied nachher das Geſpräch wieder aufzunehmen.
Ihre Hoffnungen, ſo leidenſchaftlich erfaßt, ver⸗ 15*


