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der gräflich Heſſenthalſchen Familie jetzt zu den nächſten Umgebungen ſeines Fürſtenhauſes gehörte, ſeine Ver⸗ mählung und dies war das letzte Mal, daß die Brüder zuſammentrafen und ſich wiederſahen. Junker Octav hatte ſich während dieſer kurzen Zeit außerordentlich verändert. Es fiel Allen auf, aber es nahm ſich Nie⸗ mand ſo zu Herzen, wie Primus Erneſt. Was allen Andern eine Einwirkung der ſtrengern Zucht ſchien, das ſchrieb er ganz richtig andern Gründen zu. Allein welche große und abentheuerliche Pläne in dem jungen Gehirne Wurzel gefaßt hatten, davon ahnete er doch nichts. Seine liebevolle Heiterkeit gegen den ernſthaften, ſtörriſch ruhigen Knaben prallte nutzlos ab. Nur ein Mal, als Erneſt die holdſelige, ſtrahlende Braut auf ihn zuführte und er ihr ſagte,„daß Octav ſein liebſter Bruder ſei,“ nur dies eine Mal vergaß er ſeine Mäßigung, die er ſich ſtreng vorgezeichnet hatte und warf einen Blick ſo tiefer und bitterer Gehäſſigkeit ahr ſeinen freudig bewegten Bruder, daß die junge Br erſchrocken zurückwich und mit ängſtlicher Scheu nach einigen herzlichen Worten ſuchte.
Primus Erneſt legte der Scene nicht viel Bedeutung unter. Er erkannte erſt ſpäterhin, welche Kluft ſich durch des Knaben finſtern Groll zwiſchen ihnen aufgeriſſen hatte.
Nach den Vermählungsfeſtlichkeiten trennten ſich


