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„Wo haſt Du denn die Schenkungsurkunde, kleiner Bruder?“ fiel Victor kaltblütig ein. Einen Augenblick ſtutzte der Knabe, dann ſagte er ſchnell beſonnen:
„Iſt eine Schenkungsurkunde nöthig, wenn Papa ſeinem Knaben etwas ſchenkt?“ 4
„Ja freilich,“ belehrte Victor ihn gnädig und herablaſſend.„Von uns hat Niemand gehört, daß der Herr Vater Dir ein ſo brillantes Geſchenk ge⸗ macht hat.“
„Und Du glaubſt es deshalb nicht?“ fragte der Junker mit blitzenden Augen.„Geh und frage die Leute, was Papa geſagt hat. Hundert Mal iſt von ſeinen Lippen gegangen«daß ich in Welldorf bleiben ſolle, weil ich hier geboren ſei» und ſein Zorn wird Euch ſchon treffen, wenn Ihr mich verjagt!“
Alle belächelten dieſe knabenhafte Drohung, nur Grinns Erneſt nicht. Gedankenvoll blickte er vor ſich nieder und überlegte, was zu thun ſei. Ganz dunkel erinnerte er ſich einiger Aeußerungen des ſeligen Mi⸗ niſters, die allerdings auf die Idee hindeuteten, in Junker Octav„der im Boden der Welldorfer Ge⸗
meinde Wurzel geſchlagen,“ einen Landedelmann zu
erziehen, aber ſpeciell hatte er ſich nie darüber aus⸗ geſprochen. Sein nachdenkliches Sinnen und die Allen bekannte


