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der Miniſter erlebte. Der Tod ereilte ihn an dem Tage, wo der Friede unterzeichnet wurde und die Brü⸗ der trafen von allen Seiten, gerade noch zur rechten Zeit ein, um auch die Miniſterin in die neue Familien⸗ gruft zu geleiten.
Als alle Ceremonien mit ziemlich kaltem Herzen vollbracht waren, ging man unter dem Beiſtande der Welldorfer Gerichtsbarkeit daran, die Erbſchaftsmaſſe zu regeln und ſie nach dem Teſtamente zu vertheilen. Sie wurde bei weitem bedeutender befunden, als man erwartet hatte. Das baare Vermögen belief ſich auf mehrere hunderttauſend Thaler und der Anſchlag des
Familiengutes war ſo niedrig berechnet, daß derjenige,
welcher es übernahm, in großen Vortheil trat. Die Erſparniſſe, welche der Miniſter zu Gunſten des jetzt dreizehnjährigen Junker Octav geſchrieben hatte, beliefen ſich jedoch höher noch, als die Theilungen des Capi⸗ tales und es erregte auf einen Moment einen durch⸗ greifenden Mißmuth, daß der Jüngſte des Hauſes beſſer geſtellt erſchien, als alle Andern.
Primus Erneſt, der ſich zu einem ernſten und tüchtigen Charakter ausgebildet hatte, wehrte beſonnen den Ausbrüchen des Tadels, der auf Aller Lippen ſaß. Die Pietät verlangte eine noble und anſtändige Unter⸗ werfung in den Willen des Herrn Vaters und er wies


