Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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Der Gedanke lag zu nahe, um nicht allgemein aufgefaßt zu werden und die drei älteſten Brüder, denen längſt die NamenPrimusSecundus und Tertius zugefallen waren, ohne daß ſie im Kirchen⸗ buche ſtanden, erklärten ihre Anſichten ſofort ſchon da⸗ durch, daß ſie das Junkerlein mit Octavus anredeten.

Im Ganzen war ein guter, geſunder Sinn in ſämmtlichen Junkern und ſo unähnlich ſie ſich im Aeußern waren, ſo ähnlich zeigte ſich ihr Gemüthszuſtand.

Es fand ſich nichts von einem ariſtokratiſchen Typus bei ihnen vor, woran man die alten Geſchlechter zu erkennen pflegt, ſondern Jeder hatte ſein Geſicht für ſich, bald mit großer, bald mit kleiner Naſe, bald mit braunen, bald mit blauen Augen, bald mit hoher, bald mit niedriger Stirne, bald mit brei⸗ tem, bald mit feinem Munde. Hübſch war kein einziger von ihnen häßlich auch nicht. Große athletiſche Geſtalten ſchienen ſie Alle werden zu wollen und in dieſem Punkte arteten ſie nach dem Vater.

Acht Tage nach der Geburt des kleinen Junkers ſah man die ſieben Brüder, von denen der Jüngſte funfzehn Jahr zählte, mit feierlichen Mienen in den Corridoren des Schloſſes umherwandeln, bis ſich die Thür des Zimmers regte, welches ihrHerr Vater bewohnte. Sie hatten ihn um eine Audienz bitten