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tete, ſchon damals eine Vorahnung des großen Ereigniſſes gehabt zu haben.
„Wie wäre ich ſonſt zu der Warnung gekommen, daß Du Dein Haus vor der Uſurpation unſers Onkels Ely in Acht nehmen ſollteſt? Meine Warnung hat nichts geholfen,“ fügte ſie mit ſchalkhafter Trauer hinzu,„und da der Onkel Ely kein anderes Mittel hat finden können, ſich in den ſehnlich gewünſchten Beſitz zu ſetzen, ſo hat er ſich in Dein Eigenthum hineingeheirathet.“
„Recht ſo, Ely!“ rief Volkmar.„Dein muthiges Vorſchreiten weckt die Luſt zur Nachahmung.— Mit den Blüthen des Herbſtes haſt Du Dein Glück begonnen — wir beſtimmen hiermit feierlich, daß wir Deiner wür⸗ dig ſein wollen. Da ſeht hin Alle, die Ihr Euer Wort dazu geben müßt— meine Tullerien kommen in dieſer Woche noch unter Dach. Gebt Euren Segen und laßt uns ausfliegen!“
Eine tiefe Stille folgte dieſer Bitte. Herr Karl Traugott war der Erſte, welcher ſprach.
„Nicht ohne Bedingung werden wir dieſen Segen ertheilen,“ ſagte er, treuherzig ſeiner Frau, die ganz demüthig zur Seite ſtand, zunickend.„Wann kehrt Ihr wieder?“
„Wenn die Schwalben kommen und den neuen Frühling verkündigen,“ ſagte Volkmar feſt.


