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„Ich gewähre im Voraus Alles, was Du zu for⸗ dern berechtigt biſt, mein lieber Ely!“ 1
Dann las er den Brief laut. Ein Freudejauchzen rang ſich von Lyſanna's Lippen.
Sie umſchlang den Oheim.„Giſela!“ flüſterte ſie vertraulich an ihn geſchmiegt. Nur ein flüchtiges Lächeln antwortete ihr. Sie wußte aber nun Alles und war zu⸗ frieden. Von dieſem Augenblicke an trat Alles wieder in's Gleichgewicht, was im Drangſale der letzten Wochen ſchwankend geworden war.
Die Rechte, welche Tobias Koltrum zu vertreten hatte, verloren ihre Wichtigkeit durch Volkmar's Erklä⸗ rung, die Lyſanna in ſeinem Namen abgegeben hatte und als der Weltweiſe erſt mit offenen Augen für Elias' An⸗ ſprüche eine Theilung des vorhandenen Gutes in Erwä⸗ gung zog, da empfand er es, wie richtig ſeine Tochter die Verhältniſſe beurtheilt hatte.
Herr Ely Koltrum aber, durch ſeine Erfahrungen belehrt, ſuchte ſeine bürgerliche Stellung auf Grund der Geſetze zu befeſtigen. Seine erſte Handlung war ſich als Eigenthümer der Fabrik erklären und die Firma
„Gebrüder Koltrum“ in dem Handelsregiſter löſchen zu—
laſſen. Mit der Uebernahme einer Schuld auf dies Ei⸗ genthum mußte er andere Rechte als ſonſt aufweiſen


