Teil eines Werkes 
2. Band (1865)
Entstehung
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Frau Magdalene zuckte ordentlich zuſammen bei Ly⸗ ſanna's Worten. Sie trat noch weiter von ihrem Gat⸗ ten hinweg, als wolle ſie ſich dieſes nrechtes nicht theil⸗⸗ haft wiſſen.

Herr Tobias aber lächelte mild und gätigDenkſt Du, ich werde meinem Bruder Ely nicht anrechnen, was er uns gethan hat. Sei ganz ruhig! Ely ſoll gewiß zu⸗ frieden mit mir ſein! Lyſanna's Blick begann feurig zu leuchten.

Vater, wie willſ Du Deinem Bruder das vergü⸗ ten, was er gethan hat, wenn Du ihm ſeines Geiſtes Schöpfung, ſeiner Seele Befriedigung raubſt!

Du verkennſt die Natur unſeres Verhältniſſes, mein Kind, wiederholte Herr Tobias mit Nachdruck.Ely weiß, was ihm als zweiten Sohn des Frieſenhofes für Rechte zuſtehen und er weiß, daß ich ihn mehr um ſei⸗ ner ſelbſt willen habe gewähren laſſen, als um meinet⸗ willen.

Und wer hat den Vortheil ſeiner Arbeit genoſſen⸗ 2* fragte Lyſanna ſehr bewegt.

Frau Magdalene trat raſch an die Seite ihrer Tochter. Es lag in dieſer ganz unbewußten Handlung eine bezeich⸗ nende Meinungserklärung.

Herr Tobias ſah auf ſeine Tochter und auf ſeine Frau nieder, ohne zu antworten. 3