Teil eines Werkes 
2. Band (1865)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

C/Z=˖-

225

Mir erſcheint es ſo ſehr ſchwierig bei dem vorlie⸗ genden Schritte, den richtigen Weg einer Sonderung der Anſprüche zu finden, daß ich vor dieſem Verkaufe zurück⸗ beben würde, ſprach Lyſanna ruhig und beſonnen Kber ihre Jahre hinaus.

Du verkennſt die Natur dieſer Verhältniſſe, mein Kind, antwortete Tobias ſanft.

Ich glaube nicht, lieber Vater! Ich halte es für unmöglich, eine gerechte Theilung zu treffen, nachdem ein halbes Menſchenalter hindurch ungetheilte Intereſſen ob⸗ gewaltet haben.

Das Schickſal hat trennend eingegriffen, war des Vaters Antwort,mir wäre es lieber geweſen, wenn

erſt unſer Tod dieſe Verhältniſſe abgeſchloſſen hätte. Da

aber die Umſtände darauf hinweiſen, daß eine Aufrecht⸗ haltung des Geſchäftsbetriebes nicht mehr nothwendig iſt, da Deine Verheirathung mit Volkmar Oſterhof Dich in Lebensverhältniſſe bringt, die eine Vermehrung und Sicher⸗ ſtellung Deiner künftigen Exiſtenzmittel unnütz erſcheinen laſſen, ſo

Vater! unterbrach ihn Lyſanna mit traurigem Blicke und lebhaftem Tone,alſo weil es nicht mehr zu unſerm Nutzen dient, vernichteſt Du den Lebensberuf un⸗ ſeres bisherigen Ernährers, unſeres unermüdlichen Wohl⸗ thäters?

15*

y

4