Teil eines Werkes 
2. Band (1865)
Entstehung
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nen begann. Es war ihr, als müſſe ſie Giſela zu Hülfe

rufen, als könne es ihr nicht gelingen, Vorſätze auszufüh⸗

ren, die eine gewiſſe Geiſteskraft erforderten. Allein je höher der Tag ſtieg, je lichter Alles um ſie her wurde, deſto muthiger hob ſich ihr junges Herz. Sie wollte allein handeln! Sie wollte Giſela, deren Betragen ſie jetzt voll⸗ kommen begriff, den Beweis liefern, daß ſie ihrer Ach⸗ tung werth geblieben war.

Kaum, daß ihre Freundin Emma das Bett verlaſſen hatte, ſo ließ ſie ihr durch das Kammermädchen melden, ſie wolle zu ihren Eltern zurück.

In voller Beſtürzung trat Frau Emma zu ihr ein. Lyſanna empfing ſie ruhig und freundlich. Frau Warren ſtarrte ſie erſchrocken an, denn das Mädchen war eine Andere geworden während dieſer ſchweren Nacht. Ernſt und bleich war ihr Geſicht. Die Kraft der Entſchloſſen⸗ heit hatte ſtrenge Linien in dies weiche, kindliche Antlitz gezogen und ihren Augen einem fremdartigen Ausdruck verliehen.

Um Gotteswillen, Lyſanna was iſt Dir geſche⸗ hen? fragte die junge Frau mit wahrhafter Theilnahme, ihren Arm um die Freundin ſchlingend.

Es iſt nichts geſchehen, antwortete Lyſanna.Ich wünſche nach Haus zurückzukehren und bitte Dich, mir einen Wagen beſorgen zu laſſen.