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Im Hauſe ſchlief noch Alles. Es war am Abende eines jener Familienfeſte arrangirt geweſen, die durch eine ungezügelte Heiterkeit gefährlich werden können. Ly⸗ ſanna, zuerſt fortgeriſſen vom Strudel der Luſt, war
plötzlich ernſt geworden und kein Witz, kein Scherz, kein
Bitten und Necken hatte das Lächeln auf ihre Lippen Zurückzuführen vermocht. Vergebens forſchte man, was ihr begegnet ſei, was ihre Laune geſtört habe. Lyſanna ſchwieg. Es wäre eine Entheiligung geweſen, hätte ſie mit⸗ theilen wollen, was wie eine Viſion in ihr Leben getre⸗ ten war, um ſie von dem Rande eines ewigen Unglückes zurück zu reißen.
Zuletzt wurde man es müde, die Verſtimmung des ſchönen Mädchens zu beachten, ſelbſt Herr Edmund Roſ⸗ ſian ließ in den Beſtrebungen nach, ſie wieder auf den Gipfel der ausgelaſſenen Heiterkeit zu erheben und da⸗ durch erhielt ſie Gelegenheit, ihrer Urtheilskraft freien Spielraum zu laſſen.
Die Wirkung ihrer Beobachtungen war eine ſchlaf⸗ loſe Nacht, der ein feſter Entſchluß folgte. Sie wollte noch an demſelben Tage ein Haus verlaſſen, das mit ſei⸗ nem äußern Prunke eine allgemeine Verdorbenheit be⸗ deckte.
Ihre Gedanken ſuchten Giſela auf, als ſie ſich an⸗ kleidete, und dann ihre Sachen in den Reiſekoffer zu ord⸗
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