„Du haſt Heimweh!“ rief Frau Warren.
„Es iſt möglich!“ ſagte Lyſanna mit tiefem Athem⸗ zuge.„Laß mich ziehen ohne Erklärung und ohne Wider⸗ ſtand. Ich muß fort! Ich muß noch heute fort! Ich muß in einer Stunde unterweges ſein! Frage nicht— forſche nicht, meine liebe gute Emma— ich muß fort!“
Frau Warren warf ſich in einem Anfalle aufrichti⸗ ger Trauer weinend in einen Lehnſeſſel.
„Warum willſt Du fort, Lyſanna?“ rief ſie bewegt. Lyſanna hatte eine Antwort auf den Lippen, hielt ſie jedoch zurück und ſah nur bittend in Frau Warrens un⸗ ſtät flackernde Augen.
„Roſſian hat ſein ganzes Glück auf Dich geſetzt,“ fuhr die Dame fort. Eine Handbewegung war Lyſanna's
Antwort.„Du glaubſt nicht an ſeine Liebe? Lyſanna, ich.
weiß aber, daß er Dich liebt und ich beſchwöre Dich, ein ſicheres Glück, eine ſchöne, heitere Lebensſtellung nicht aus Eigenſinn aufzugeben.“
„Bitte, ſprich nicht weiter darüber,“ bat Lyſanna ſanft. 3 „Roſſian leidet es nicht, daß Du reiſeſt— er gibt Dich nicht wieder frei— nur aus Zartſinn hat er noch keine Erklärung gewagt— er läßt Dich wahrhaftig nicht fort!“
Jetzt flammten Lyſanna's Augen und ihre Wangen
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