„Nur daß ich die Folgen dieſer Wahl tragen muß,“ wendete der junge Officier ein.
„Ganz richtig! Kann es Dich wundern, wenn ich Veranſtaltungen treffe, nicht das ganze Officiercorps fé⸗ tiren zu müſſen. Die Cameradſchaft erfordert dergleichen. Es ſind alſo Standesſünden, die ich tragen ſoll, ohne ſie zu theilen. Was habe ich von dieſem point d'honneur? Was hat meine Tochter davon? Was hat mein Enkel davon? Ja, was noch mehr ſagen will— was hat mein Sohn Ilow davon? Iſt Dir's eine Ehre, wenn's heißt: „Camerad von Ilow kann's, denn der alte Wappra hat's und bezahlt's?“
Giſela hatte ſich nach und nach in den Hintergrund des Zimmers zurückgezogen. Geſpannt hing ihr Blick an ihres Bruders Geſichtszügen. Sie hoffte auf einen männ⸗ lichen Widerſtand.
Eine peinliche Stille folgte den letzten Worten des Commerzienrathes, der ſo gemüthlich ausſah, als hätte er ſeinem Schwiegerſohne ein Geſchenk dargeboten.
Frau von Ilow hielt den Kopf in die Hand ge⸗ ſtützt. Auch ſie beobachtete ſcharf das Mienenſpiel ihres Gatten. Sie hoffte auf nachgiebige Schwäche, um mit dem Vater in Harmonie bleiben zu können. Ihre Augen ſuchten Ilow's Blicken zu begegnen, als ſie wahrnahm,
daß ein knabenhafter Trotz um ſeine Lippen zog. Kaum


