Teil eines Werkes 
1. Band (1865)
Entstehung
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ſie eben verworfen hatte, gewann Werth. Fügte ſich ihr Bruder dieſen Anforderungen, ſo trat er aus den Grän⸗ zen der kraftloſen Unthätigkeit, die ſie eben noch ver⸗ dammt hatte, aber er verlor gänzlich das Gleichgewicht. Sein Stand, ſein Beruf, ſeine Beſchäftigung gaben ihm eine Weltſtellung, die der Gnade und Wohlthat des rei⸗ chen Mannes trotz bot.

Nun? Sie zögern, Giſela? fragte der Commer⸗ zienrath gereiztIch dächte, durch meine unerſchütterliche Güte hätte ich das Recht erworben, über das fernere Ge⸗ ſchick Ihres Bruders zu entſcheiden?

Nein! rief Giſela.Dies Recht beſtreite ich Ihnen! Mein Bruder muß frei entſcheiden. Was er beſchließt, muß freier Entſchluß ſein. Sie dürfen trotz aller Opfer, die Sie ihm gebracht haben, nichts verlangen, was ihn zum Sclaven Ihres Willens macht!

Der Commerzienrath lächelte überlegen und mit Anmaßung.Die Kette, womit ich ihn zu feſſeln beab⸗ ſichtige, iſt von Gold, meine Gnädige, antwortete er. Mein Sohn Ilow muß ſeinen Abſchied fordern, wenn er fernerhin die Nutznießung meines Vermögens beanſpruchen will. Widerſetzt er ſich meinen Wünſchen, ſo ſchließe ich ihn offenkundig durch Teſtamentsverordnung als Erbe aus und laſſe die Kinder meiner Tochter als Erben einſetzen. Die Wahl ſteht ihm frei!