Teil eines Werkes 
1. Band (1865)
Entstehung
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ſchon durch die Thränen der jungen Frau von Ilow ge⸗ dämpft waren. Forſchend ruhten die Blicke des Mädchens auf den Geſichtern, die ſie heiter verlaſſen und von Miß⸗ muth verfinſtert wiederfand.

Es iſt heute ein beſonders ſchwerer Tag im Reiche Gottes, ſprach der Commerzienrath, den fragenden Blick Giſela's beantwortend.An manchen Tagen ſcheint ein Engel des Himmels ſichtend und richtend mit der Wage⸗ ſchaale der Gerechtigkeit umher zu fliegen. Aus kleinen Urſachen wachſen an ſolchen Tagen große Wirkungen. Reden Sie ein vernünftiges Wort mit Ihrem Bruder, Giſela, damit ich nicht gezwungen bin, morgen mein Te⸗ ſtament zu ändern. 3

Giſela ſah beſtürzt aus. Noch eben mit der Vor⸗ ſtellung beſchäftigt geweſen, wie wenig ehrenvoll eine Abhängigkeit vom Geldbeutel eines reichen Schwieger⸗ vaters ſei, fürchtete ſie doch Worte zu vernehmen, die von der Abnahme der Langmuth und Gnade desſelben Zeugniß gaben.

Sagen Sie ſelbſt, Sie Repräſentantin der Ver⸗ nunft, ob ich nicht recht habe, wenn ich verlange, daß mein Sohn Ilow aus einer Cameradſchaft ſcheide, der das Recht ertheilt iſt, mehr Ausgaben verlangen zu können, als ſie Einnahmen nachweiſen kann?

Betroffen blieb Giſela die Antwort ſchuldig. Was